Daniel Rawe im Interview.
20 Minuten Klartext zu Druckluft.
Wie eine Leckage entsteht, was sie im Jahr kostet, wann sich eine Ortung rechnet — und warum wir keine Rechnung stellen, wenn sie sich nicht rechnet.
Acht Fakten aus dem Gespräch
- →Eine Druckluftleckage kostet im Schnitt rund 173 Euro pro Jahr — ein Erfahrungswert aus eigener Dokumentation, kein Branchenwert. Die Spanne reicht von 2 Euro bis über 2.000 Euro je Leckage.
- →Bei einem Einsatztag findet eine Person typischerweise 50 bis 100 Leckagen — das entspricht etwa 5.000 Quadratmetern Produktionsfläche.
- →Die Durchschnittswerte stammen aus rund 50.000 dokumentierten und ausgewerteten Leckagen seit 2018.
- →Leckagen entstehen durch Alterung von Schläuchen, mechanische Beschädigung (etwa Späne) und Vibration an Verschraubungen.
- →In laufender Produktion sind Leckagen unsichtbar und wegen des Lärms nicht hörbar. Ultraschall-Messtechnik macht sie im Betrieb auffindbar und bewertbar.
- →Ein Betrieb kann sein Leckageniveau selbst abschätzen: Stromverbrauchssensor am Kompressor über ein Wochenende oder Durchflusssensor mit Leckage-Level auch im 24/7-Betrieb.
- →Fairnessgarantie und Ersparnisgarantie: Mehraufwand geht zu Lasten von rawe hermetics, und wenn das Einsparpotenzial kleiner ist als das Honorar, wird keine Rechnung gestellt. In über zehn Jahren ist das einmal eingetreten.
- →Keine Erfolgsprämie: kein Provisionsanteil am gefundenen Einsparpotenzial, sondern ein individuelles Angebot mit dem Aufwand als Obergrenze.
Worüber wir sprechen
Kein Produktvortrag, sondern ein Gespräch darüber, warum Druckluft in der Produktion Geld kostet, das niemand sieht — und was man dagegen tun kann.
Vom Fernseh- und Medizintechniker über die Ultraschall-Messtechnik zum eigenen Dienstleistungsbetrieb.
Druckluft-Effizienz und elektrische Prüfungen — warum beides in dieselbe Instandhaltung gehört.
Beim Gartenschlauch sieht man das Loch. In der Produktion sieht man es nicht — und hört es im Lärm auch nicht.
Von 2 Euro bis über 2.000 Euro im Jahr — und warum der Schnitt bei rund 173 Euro liegt (Erfahrungswert, kein Branchenwert).
Alterung, Späne im Schlauch, Vibration an den Verschraubungen — die typischen Ursachen.
Leihgerät, Kauf, Schulung oder Komplettservice — und warum wir keine Kartons verschicken, sondern vorbeikommen.
Stromverbrauch am Kompressor, Volumenstrom, Leckage-Level im 24/7-Betrieb.
Fairnessgarantie und Ersparnisgarantie — und der eine Fall in über zehn Jahren, in dem sie gegriffen hat.
Ersatzteile, Verrechnungssätze, Vorher-Nachher-Messung — und was der Auditor am Ende sehen will.
Telefonat, Online-Termin, Probemessung vor Ort — und erst danach ein individuelles Angebot.
Vier Sätze aus dem Gespräch
Eine Leckage kann aufs Jahr gesehen 2 Euro kosten, sie kann aber auch über 2.000 Euro kosten. Im Schnitt bietet eine Leckage rund 173 Euro Einsparpotenzial pro Jahr — ein Erfahrungswert aus unserer eigenen Dokumentation, kein Branchenwert.
Wenn wir sagen, wir brauchen zwei Tage, und brauchen dann zweieinhalb oder drei, gehen die Mehrkosten zu unseren Lasten. Sind wir schneller, reduziert sich der Rechnungsbetrag.
Ist das Einsparpotenzial geringer als unser Honorar, stellen wir dem Kunden keine Rechnung. Das Risiko liegt auf unserer Seite.
Wir verzichten bewusst auf eine Erfolgsprämie. Der Kunde bekommt ein Angebot und weiß, was wir kosten. Wir kosten aber nicht mehr.
Die acht häufigsten Fragen
Was kostet eine Druckluftleckage pro Jahr?
Im Schnitt rund 173 Euro pro Jahr – ein Erfahrungswert aus unserer eigenen Dokumentation, kein Branchenwert. Die Spanne ist groß: Eine einzelne Leckage kann aufs Jahr gerechnet 2 Euro kosten, sie kann aber auch über 2.000 Euro kosten. Ausschlaggebend sind vor allem Lochgröße und Betriebsdruck — eine kleine Leckage an einer Steckverbindung kostet wenig, ein aufgerissener Schlauch am Hauptverteiler richtig viel. Der Durchschnitt stammt aus rund 50.000 dokumentierten und ausgewerteten Leckagen.
Wie viele Leckagen findet man an einem Tag?
Bei einem Einsatztag mit einer Person typischerweise 50 bis 100 Leckagen — etwa die Fläche, die man in einem mittelständischen Betrieb an einem Manntag schafft, rund 5.000 Quadratmeter. Bei 173 Euro je Leckage – ein Erfahrungswert aus unserer eigenen Dokumentation, kein Branchenwert – liegt der Fund deutlich über einem Tagessatz.
Warum bemerkt man Leckagen im Betrieb nicht?
Austretende Druckluft ist nicht sichtbar, und in einer laufenden Produktion ist der Lärmpegel so hoch, dass das Ausströmgeräusch untergeht — das menschliche Ohr hört es schlicht nicht heraus. Ultraschall-Messtechnik arbeitet in einem Frequenzbereich weit oberhalb des Hörbaren und macht die Leckage dadurch im laufenden Betrieb sicher auffindbar, inklusive einer Bewertung ihrer Größe über die Lautstärke des Ultraschallsignals.
Wie entstehen Druckluftleckagen?
Drei typische Ursachen: Alterung, weil Schläuche verhärten, spröde werden und Weichmacher ausgasen. Mechanische Beschädigung, etwa wenn ein Span in einen Schlauch gedrückt wird oder ein Gabelstapler eine Leitung touchiert. Und Vibration, durch die sich fest angezogene Verschraubungen an arbeitenden Anlagen über die Zeit lösen. Alle drei Ursachen entstehen schleichend, weshalb sie ohne gezielte Ortung meist lange unentdeckt bleiben.
Kann ein Betrieb das selbst messen?
Ja. Ein Stromverbrauchssensor am Kompressor zeigt über eine Woche, wie viel der Kompressor läuft — auffällig ist vor allem das Wochenende, wenn nicht produziert wird, der Kompressor aber trotzdem gegen Leckagen ankämpft. Alternativ misst ein Durchflusssensor den Volumenstrom; intelligente Sensoren berechnen einen Leckage-Level selbst im 24/7-Betrieb. Die genaue Ortung der einzelnen Fundstellen bleibt danach trotzdem Handarbeit mit Ultraschall-Messtechnik.
Wie wird aus einer Leckage eine belegte Einsparung?
Über eine Gegenrechnung je Fundstelle. Beispiel: 150 Euro Einsparpotenzial pro Jahr, 20 Euro Ersatzteile, eine halbe Stunde Reparatur bei 60 Euro internem Verrechnungssatz, also 30 Euro Personalkosten. 50 Euro Aufwand gegen 150 Euro Einsparung ergeben nachweislich 100 Euro netto — ergänzend lässt sich der Luftverbrauch vor und nach der Reparatur messen.
In welchem Gebiet ist rawe hermetics für Sie im Einsatz?
Leckageaudits führen wir deutschlandweit durch, auf Wunsch auch international bei Unternehmensgruppen mit mehreren Standorten. Die 14-tägige Druckluft-Messung zum Festpreis von 995 Euro zzgl. USt. bieten wir ohne Zusatzkosten im Umkreis von 50 Kilometern ab Finnentrop an, außerhalb davon stimmen wir Fahrtkosten vorab ab. Elektro-Prüfungen wie DGUV V3 sind auf den Umkreis von rund zwei Stunden um Finnentrop begrenzt.
Was kostet eine Leckagesuche oder ein Leckageaudit?
Einen pauschalen Preis nennen wir bewusst nicht, weil Hallenfläche, Anlagenzahl und Betriebszeiten stark schwanken. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme kalkulieren wir ein individuelles Angebot mit einem in Manntagen bezifferten Aufwand als Obergrenze — ohne Nachverhandlung und ohne Erfolgsprovision auf das gefundene Einsparpotenzial. Unsere Fairnessgarantie sorgt zusätzlich dafür, dass ein länger dauerndes Audit zu unseren Lasten geht, nicht zu Ihren.
Das ganze Gespräch als Text
Wer bist Du, und was macht rawe hermetics?
Daniel RaweMein Name ist Daniel Rawe, ich bin Gründer und Inhaber von rawe hermetics und von Innuvis. Wir sind Dienstleister im produzierenden Gewerbe: Wir kümmern uns zum einen um die Druckluft-Effizienz bei unseren Kunden, zum anderen um elektrische Prüfungen.
Zwei Firmennamen, zwei Geschäftsfelder — wie hängt das zusammen?
Daniel RaweBei rawe hermetics geht es um Dienstleistung in der Industrie. Wir übernehmen verschiedene Tätigkeiten, um unsere Kunden zu entlasten und zu unterstützen. Innuvis ist ein Teil davon: eine Software, die wir selbst entwickelt haben. Sie ist Teil unseres Prozesses, kann aber genauso von den Kunden selbst oder von anderen Dienstleistern genutzt werden.
Welche Tätigkeiten sind das konkret?
Daniel RaweZum einen die Leckageortung, zum Beispiel am Druckluftnetz — also Ortung, Dokumentation und Auswertung. Zum anderen die elektrischen Prüfungen, die an vielen Standorten notwendig sind, um die gesetzlichen und instandhaltungstechnischen Anforderungen zu erfüllen.
Leckageortung ist ein mehrstufiger Prozess — Gerät, Ortung, Beseitigung. Was davon übernehmt Ihr?
Daniel RaweWir reagieren komplett flexibel auf die Anforderungen des Kunden. Das kann die reine Leckageortung sein, das kann auch die Instandsetzung der Leckagen sein — teilweise oder komplett, auch in Kombination mit dem Kunden zusammen.
Wenn ein Kunde sagt, wir haben grundsätzlich genug Leute, dann kann er von uns ein Leihgerät bekommen, er kann Messtechnik kaufen, er kann eine Schulung bekommen. Wir sind kein Partner, der einfach einen Karton hinschickt. Wir kommen mit dem Karton vorbei und schulen die Mitarbeiter auf das Gerät, damit sie es sinnvoll und kurzfristig in den Alltag integrieren können — und das Gerät nicht im Schrank steht.
Wo liegt der Schwerpunkt: beauftragen die Kunden, oder machen sie es selbst?
Daniel RaweDie Tendenz geht stärker dahin, dass wir als Dienstleister aktiv werden. Das hat damit zu tun, dass Instandhaltungsabteilungen in vielen Unternehmen kleiner werden. Und das Personal, das da ist, kümmert sich um die Kerngebiete: Reparaturen, Rüsten, alles, wo Maschinen-Know-how gebraucht wird. Wir kommen dann mit unserem Fach-Know-how dazu, zum Beispiel für die Ultraschallmesstechnik.
Was ist eine Druckluftleckage — erklärt für jemanden, der nicht im Thema ist?
Daniel RaweMan kann das gut mit dem Garten vergleichen: Jeder hatte schon mal eine Leckage im Gartenschlauch. Da ist Druck drauf, es spritzt fröhlich heraus, und wir sehen das.
In der Industrie ist das Problem, dass man diese Leckagen nicht sehen kann. Und wenn ich in einer laufenden Produktion stehe, ist es sehr laut — also höre ich sie in der Regel auch nicht. Mit entsprechender Messtechnik ist es möglich, die Leckagen im laufenden Betrieb zu finden. Und nicht nur das: Mit geeigneter Messtechnik und Software kann man auch auswerten, wie groß die Leckage ist — also welches Einsparpotenzial pro Jahr dahintersteht.
Einsparpotenzial ist ein beliebtes Wort und selten belegt. Wie hoch ist es wirklich? Luft kostet doch nichts.
Daniel RaweDas kann ich sehr konkret machen. Wir haben, bevor wir Innuvis entwickelt haben, schon eine andere Software entwickelt, die rein für dieses Thema gedacht war. Die ist 2018 an den Start gegangen und enthält mittlerweile rund 50.000 dokumentierte und ausgewertete Leckagen.
Daraus können wir sagen: Eine Leckage kann aufs Jahr gesehen 2 Euro kosten, sie kann aber auch über 2.000 Euro kosten. Im Schnitt bietet eine Leckage rund 173 Euro Einsparpotenzial pro Jahr — das ist ein Erfahrungswert aus unserer eigenen Dokumentation, kein Branchenwert.
Auf einen Einsatz bezogen: Wenn wir mit einer Person einen Manntag Leckageortung durchführen, findet man in der Regel etwa 50 bis 100 Leckagen. Rechnet man das mit 173 Euro hoch, sind wir bei zehntausend Euro und mehr.
Wie kommt es überhaupt dazu, dass industriell gefertigte Leitungen undicht werden?
Daniel RaweZum einen Alterung. Ein Schlauch wird irgendwann hart, die Weichmacher gehen heraus — je nach Produktionsumgebung schneller oder langsamer.
Dann passiert es, dass man über einen Schlauch fährt, auf dem ein Span liegt, und den Span damit in den Schlauch drückt.
Und Verschraubungen sind zwar fest, aber Anlagen arbeiten und vibrieren. Durch diese Vibration lösen sich die Anschlüsse irgendwann — dadurch entstehen Leckagen an den verschiedensten Stellen.
Kann ein Betrieb selbst herausfinden, ob er Leckagen hat?
Daniel RaweJa, messtechnisch. Man kann zum Beispiel am Kompressor einen Stromverbrauchssensor installieren und über eine Woche messen. Wer keinen 24/7-Betrieb hat, sieht am Wochenende sehr gut, wie viel der Kompressor gelaufen ist, und kann das in Relation zu den Stromkosten setzen.
Man kann auch mit einem Durchflusssensor messen. Es gibt intelligente Sensoren, die selbst in einem 24/7-Betrieb — wo also immer Produktion und immer Abnahme ist — einen Leckage-Level berechnen können.
Wie lange machst Du das schon, und wie bist Du dazu gekommen?
Daniel RaweSeit rund 16, 17 Jahren. Gekommen bin ich dazu wie die Mutter zum Kind: Ursprünglich habe ich als Fernsehtechniker gearbeitet, mich dann zum Medizintechniker weitergebildet und bin im Krankenhaus auf das Thema Druckluft gestoßen. Danach habe ich mich weitergebildet und bin bei einem Hersteller von Ultraschall-Messtechnik gelandet, wo ich den deutschsprachigen Bereich in Europa geleitet habe.
Zugegeben: Bis dahin dachte ich auch, Druckluft sei einfach etwas Luft, die angesaugt und in ein Rohr geschoben wird. Was das für ein Kostenfaktor ist, wusste ich bis dahin nicht.
Und wie wurde daraus ein eigener Dienstleistungsbetrieb?
Daniel RaweEs kam immer häufiger dieselbe Rückmeldung von Kunden: Die Technik ist echt gut, aber wir haben keine Leute, die das machen können — habt Ihr da nicht einen Dienstleister? Dienstleister gab es, aber ich erinnere mich an einen konkreten Fall: Ein Kunde in Hamburg fragte an, unser Partner saß in Freiburg. Auf die Frage, ob er hinfährt, kam: Kann ich mal machen, aber ich muss das nicht jede Woche haben.
Das war der Punkt, an dem ich sozusagen die Seiten gewechselt habe. Das erklärt auch, warum wir Messtechnik schulen können: Aufgrund meiner Historie schicke ich kein Paket, sondern bilde die Leute aus, die damit arbeiten sollen — damit sie das Gerät richtig nutzen.
Was hält die Begeisterung nach so langer Zeit?
Daniel RaweZum einen die Abwechslung. Vor einer Woche war ich bei einem Unternehmen, das Knäckebrot produziert. Vor zwei Tagen bei einem Kunden, der Teile für Autos macht — da war es nicht so sauber wie beim Kunden davor. Darum geht es aber gar nicht: Eine Leckage sieht im Grunde immer ähnlich aus, aber die Umgebungen sind andere, die Menschen, die man trifft, sind andere.
Darüber hinaus: Wenn wir zur Leckageortung bei einem Kunden sind, schauen wir immer auch nach links und rechts. Oft fällt etwas auf, das wir als Mehrwert mitgeben können — Punkte, an denen er zusätzlich Geld sparen kann, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen.
Würdest Du Deine Tätigkeit dem Handwerk zuordnen?
Daniel RaweSie hat sicherlich handwerkliche Züge. Eine Leckage, die gefunden wird, sollte irgendwann auch repariert werden — ansonsten hänge ich nur ein Preisschild dran. Wenn ich es nicht realisiere, kann ich die Ersparnis auch nicht realisieren.
Und bei den Messungen ist es ähnlich: Ich muss wissen, was ich tue. Eine Wand anmalen kann ich auch. Ob die dann so aussieht wie beim Maler, lasse ich mal dahingestellt.
Läuft Euer Geschäft über Ausschreibungen oder über direkten Kontakt?
Daniel RaweEs ist der direkte Kontakt. Wir sprechen in der Regel mit Betriebsleitern, technischen Leitern, Energiemanagern, teils Geschäftsführern. Die kennen die Thematik meist. Die Frage ist dann: Macht man es selbst oder extern? Und: Was bringt es uns?
Am Ende machen es alle der Wirtschaftlichkeit halber, weil sie Geld sparen wollen — gerade in Zeiten, in denen die Stromkosten eher nach oben als nach unten gehen. Trotzdem ist es zunächst eine Ausgabe, um später von den Früchten zu profitieren. Ich vergleiche das gern mit der Energiesparlampe: Alle wussten, sie kostet erst einmal mehr als die Glühbirne, und haben sie trotzdem gekauft, weil irgendwann der Moment kommt, in dem sie Geld spart. Mit der Leckageortung ist es genauso — ich muss erst investieren, um zu wissen, wo ich einsparen kann. Wenn ich die Lampe aber ins Regal lege, habe ich nichts gespart, sondern nur Geld verbrannt.
Und was ist der Unterschied zur Energiesparlampe?
Daniel RaweIch kenne persönlich niemanden, der eine Energiesparlampe eingebaut hat und irgendwann auf der Couch in die Lüfte gesprungen ist: Heute ist der Tag, an dem sie sich bezahlt macht.
Bei der Leckageortung ist das anders. Ich kann vorher messen, wie hoch mein Luftverbrauch ist, ich kann reparieren, und ich kann danach noch einmal messen. Damit habe ich den zweiten Nachweis. Dazu sagt unsere Software für jede einzelne Leckage, was sich einsparen lässt.
Wie wird daraus eine belegte Zahl?
Daniel RaweWir hinterlegen im Rahmen der Dokumentation zu jeder Leckage, welche Ersatzteile benötigt werden. Dafür gibt es vorgefertigte Listen mit Preisen.
Ein Beispiel: Das Einsparpotenzial der Leckage beträgt 150 Euro. Die benötigten Ersatzteile kosten 20 Euro. Und es muss jemand reparieren, dessen Verrechnungssatz für das Unternehmen 60 Euro beträgt — braucht er eine halbe Stunde, sind das 30 Euro Personalkosten. Zusammengerechnet also 50 Euro Aufwand bei 150 Euro Einsparpotenzial. Unterm Strich habe ich nachweislich 100 Euro eingespart.
Und das kann man super für ein Energiemanagement nutzen. Wenn der Auditor kommt und fragt, was Ihr Schönes gemacht habt, exportiert man ihm mit zwei, drei Klicks die Berichte, die er dafür braucht.
Was kann Innuvis außer Leckagen noch abdecken?
Daniel RaweLeiterprüfungen, elektrische Prüfungen, ein Schlauch-Management-System, die Einbindung von Messsensoren — damit sehe ich mit zwei, drei Klicks, wie hoch der Verbrauch am Wochenende war. Und wenn man noch nichts hat, kann man über den Prüfungs- und Wartungsplaner auch die Prozesse im Unternehmen abdecken.
Häufig höre ich: Das und das haben wir schon. Dann ist das kein Problem — dann nehmt Ihr einfach die Module, die für Euch wichtig sind. Die Module lassen sich über eine Schnittstelle mit den bestehenden Systemen verbinden. Unser Ziel ist eine Prüfplattform für die Punkte, die man braucht, ohne neue Insellösungen zu schaffen. Es gibt eine Software dafür, eine dafür und eine dafür — das wollen wir so verschlanken, dass man idealerweise eine Anlaufstelle hat.
Hast Du ein Bild dafür, was das im Alltag ändert?
Daniel RaweDie Berufsgenossenschaft klingelt und sagt: Ich hätte gerne die Leiterprüfung gesehen. Dann rennen erst mal alle durch das Unternehmen und suchen den Ordner, in dem sie drin ist.
Die Zukunft kann sein: ganz entspannt. Ich nehme das Handy aus der Hose oder gehe an den nächsten Rechner, logge mich ein und zeige dem Prüfer die Berichte, die er sehen will. Ich kann meinen Puls wieder nach unten schrauben, beide sind zufrieden, wir können Kaffee trinken.
Gibt es auch einen Automatismus für offene Reparaturen?
Daniel RaweJa, das steckt in der Software. Sie kann zu jedem Monatsanfang automatisiert Berichte erstellen, zum Beispiel für den Schlosser: Diesen Monat sind noch 30 Leckagen offen, die sind an den und den Maschinen, kümmere dich darum. Das macht die stumme Excel-Tabelle in irgendeinem Ordner nicht.
Was unterscheidet Euch von anderen Anbietern?
Daniel RaweZum einen die Ganzheitlichkeit als Option. Wir sind nicht der Dienstleister, der sagt: Wenn wir bei Euch die Leckageortung machen, dann müssen wir auch die Reparatur machen. Wir gehen auf den Kunden ein und finden die beste Lösung.
Wenn die Lösung ist, erst einmal selbst zu messen, weil gerade genug Leute da sind, stellen wir Messgerät und Software zur Verfügung. Wenn ein halbes Jahr später die Auftragslage besser ist und man es selbst nicht hinbekommt, können wir übernehmen. Weil dieselben Systeme genutzt werden, gibt es keinen Bruch im Medium.
Holt man dagegen einen anderen Dienstleister, der die Software nicht kennt, bekommt man wieder einen PDF-Bericht, der irgendwo in einem Ordner verschwindet — wie die Glühbirne im Schrank, um die sich niemand kümmert.
Wie fängt eine Zusammenarbeit an?
Daniel RaweMit einem ersten Telefongespräch oder einem Online-Meeting, um miteinander zu sprechen: Was sind die Herausforderungen im Unternehmen? Wo sucht man Unterstützung? Wo drückt der Schuh?
Danach besteht die Möglichkeit, sich vor Ort kennenzulernen und Probemessungen zu machen. Das hat für uns den Vorteil, dass wir das Unternehmen sehen und einschätzen können: Wenn wir eine Leckageortung durchführen, braucht man zum Beispiel zwei Manntage. Genau das steht dann im Angebot.
Und dann kommen die beiden Garantien.
Daniel RaweGenau, wir gehen zwei Schritte weiter. Der erste ist die Fairnessgarantie: Wenn wir vor Ort waren oder es im Online-Meeting geklärt haben und sagen, wir brauchen zwei Tage — brauchen dann aber zweieinhalb oder drei —, gehen die Mehrkosten zu unseren Lasten. Sind wir schneller, reduziert sich der Rechnungsbetrag.
Der zweite Punkt ist die Ersparnisgarantie: Ist das gefundene Einsparpotenzial geringer als unser Honorar, stellen wir dem Kunden keine Rechnung. Das Risiko liegt also auf unserer Seite — wenn wir uns bei der Dauer verkalkuliert haben, ist das unser Problem, und wenn wir zu wenig Einsparpotenzial finden, ebenfalls.
Ist die Ersparnisgarantie schon einmal eingetreten?
Daniel RaweIn über zehn Jahren einmal, weil wir weniger gefunden haben, als vor Ort war. Der Kunde hätte nichts zahlen müssen. Er hat dann gesagt: Schickt uns wenigstens eine Rechnung über die Fahrtkosten, dann ist das für mich in Ordnung, dann kann ich auch gut schlafen. Das haben wir gemacht — ohne wäre es aber auch in Ordnung gewesen.
Der Hintergrund ist die Größenordnung: Bei einem mittelständischen Unternehmen schafft man etwa 5.000 Quadratmeter an einem Manntag und findet dort 50 bis 100 Leckagen. Bei einem Durchschnitt von 173 Euro pro Jahr — ein Erfahrungswert aus unserer eigenen Dokumentation, kein Branchenwert — liegt man weit über einem Tagessatz.
Warum verzichtet Ihr auf eine Erfolgsprämie?
Daniel RaweWeil wir transparent auftreten wollen. Es wäre naheliegend zu sagen: Wir haben 10.000 Euro Einsparpotenzial gefunden, also bekommen wir 10 Prozent Provision. Das machen wir bewusst nicht. Der Kunde bekommt von uns ein Angebot und weiß, was wir kosten — wenn wir etwas kosten. Mehr kosten wir aber nicht.
Hilft es, wenn Technik erlebbar wird?
Daniel RaweSehr. Ultraschall kennen selbst die Techniker im Unternehmen nicht unbedingt alle. Es gibt oft einen Aha-Effekt, wenn man das Messgerät einfach mal ausprobiert und Dinge hört, die man vorher nicht gehört hat.
Und wenn ich mit einer Geschäftsführung im Gespräch bin, die sich eher um das Kaufmännische kümmert, ist das ein guter Ansatzpunkt: Komm, wir gehen einfach mal in Deinen Betrieb, und Du hörst Dir an, was Du bisher nicht gehört hast. Danach spricht man anders miteinander, als wenn man über theoretische CO₂-Zahlen redet — man spricht über das, was derjenige gerade erlebt hat.
Was ist der Vorteil für jemanden, der kaufmännisch Verantwortung trägt?
Daniel RaweDass ich ihn auf seiner Wellenlänge abhole. Ich muss ihm nicht erklären, mit welcher Technik und welcher Finesse Leckagen in der Produktion geortet und dokumentiert werden. Ich kann ihm zeigen, wo der Nutzen für das Unternehmen liegt: Wie hoch ist das Invest, das wir tätigen sollten, und was ist am Ende die Ersparnis daraus?
Was mich auszeichnet, ist, dass ich die fachliche Expertise mitbringe und mein Gegenüber trotzdem nicht in technischen Konstrukten erschlage oder langweile.
Die Themen aus dem Interview im Detail
Leckageaudit
Ortung im laufenden Betrieb, Bewertung jeder Fundstelle, Dokumentation für das Energiemanagement.
Zum Leckageaudit →Unsere Garantien
Ersparnisgarantie und Fairnessgarantie — schriftlich in jedem Angebot, nicht als Marketing-Floskel.
Garantien ansehen →Innuvis
Eine Prüfplattform statt Insellösungen: Leckagen, elektrische Prüfungen, Berichte auf Knopfdruck.
Innuvis ansehen →